Kapitel 10 – Wenn der Sender plötzlich mehr kann als man selbst
Die Mechanik war eingebaut, aber die Fernsteuerung musste noch so programmiert werden, dass sich die Funktionen sicher und intuitiv bedienen ließen. Der Motor sollte nur dann auf den Steuerknüppel reagieren, wenn ich ihn ausdrücklich freigab. Ich wollte beim Steuern nicht versehentlich den Flautenschieber einschalten.
Mit OpenTX richtete ich deshalb eine Motorfreigabe über einen eigenen Schalter ein. Erst wenn dieser Schalter in der richtigen Stellung stand, durfte der Steuerknüppel den Motor beeinflussen.
Zusätzlich wollte ich eine Totzone um die Neutralstellung. Kleine Knüppelbewegungen sollten keine Motorreaktion auslösen. Mit den normalen Eingangskurven gelang mir das nicht so, wie ich es haben wollte. Schließlich setzte ich logische Schalter ein, mit denen sich die gewünschte Bedingung gezielter umsetzen ließ.
Auch die Telemetrie beschäftigte mich. Ich wollte die Spannungen beider Akkus auf dem Display sehen und rechtzeitig gewarnt werden, wenn ein Akku in einen kritischen Bereich kam. Bei der analogen Spannungserfassung musste ich das Verhältnis zwischen Messsignal und tatsächlicher Akkuspannung einstellen. Ich verglich die Anzeige mit einem Voltmeter und passte den Wert so lange an, bis beide übereinstimmten.
Ein vermeintlich fehlender Telemetriewert entpuppte sich später als ganz einfaches Anzeigeproblem: Ich hatte ihn in eine vierte Zeile geschrieben, obwohl das Display nur drei Zeilen zeigte. Auch die Sprachansagen passte ich an. Ich tauschte vorhandene Sounddateien aus und erstellte eigene Ansagen für die Akkus, damit die Warnungen im Betrieb eindeutig zuzuordnen waren.
Schließlich testete ich die Funkverbindung im Haus, indem ich mich mit dem Sender vom Modell entfernte und bewusst schlechtere Empfangsbedingungen erzeugte. Die ersten Auffälligkeiten traten erst bei überraschend großer Entfernung auf - ich war schon zwei Blöcke weit gelaufen. Das war eine hilfreiche erste Kontrolle, auch wenn es keinen vollständigen Reichweitentest unter realen Bedingungen ersetzte.
Die gewonnenen Erkenntnisse übertrug ich später auch auf die Knut. Die Programmierung war damit weitgehend auf dem gewünschten Stand. Der Motor ließ sich bewusst freigeben, die Akkuspannungen waren sichtbar, und die Warnungen funktionierten.