Vorletzter Fahrtag, Impressionen vom 27.09.2026
Wir sind in diesem Jahr schon zum elften Mal mit unseren Booten beim Schaufahren im Südgarten des Barockschlosses in Ludwigsburg. Der Sommer ist schon fast wieder vorbei und wir kommen leider nur noch einmal im Oktober an unser Fahrgewässer.
Daher war uns der Wettergott heute besonders gewogen und schickte uns einen strahlend blauen Himmel und Temperaturen etwas über zwanzig Grad. Nur unsere Segler waren nicht rundum glücklich, da über weite Strecken der Wind fehlte.
Am Anfang steht das Aufbauen. Die Pavillons waren schnell aufgestellt und mit Spanngurten gegen das Davonfliegen gesichert. Zur Wiedererkennung für interessierte Zuschauer wurden auch unsere Beachflags platziert. Und die Hauptdarsteller, unsere Modellboote, mussten natürlich ebenfalls ausgepackt werden.
Die Fontänen wurden ausgeschaltet und es konnte losgehen. Richy meinte, das beim letzten Schaufahren verlorengegangene Mini-U-Boot entdeckt zu haben. Daher wurde die Wathose angezogen und mit dem Käscher auf die Jagd gegangen. Außer Steinen und Unrat war leider nichts zu finden. Das U-Boot bleibt in den Weiten des Südgarten-Atlantiks weiterhin verschollen.
Heute mussten wir keine wilde Horde an Nilgänsen vertreiben. Interessanterweise gab es nur ein Exemplar, das es sich auf der Wiese gemütlich gemacht hatte. Ohne ihre Kollegen war sie heute handzahm und hielt sich eher im Hintergrund.
Übrigens waren nicht nur wir vom prognostizierten Wetter angetan, sondern viele andere auch. Der Südgarten war belebt wie schon lange nicht mehr. Viele Interessierte standen bereits am Ufer des Sees, bevor wir unsere Boote zu Wasser gebracht hatten.
Zur Eröffnung des Tages wurde gleich die Missouri zu Wasser gelassen, die majestätisch ihre Kreise zog. Wenn es der Kapitän wollte, ging es auch sehr zügig voran. Das Wellenbild des Schiffes war traumhaft. Was der Kapitän zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Es gab einen Wassereinbruch im Heck.
Bei einem unserer regelmäßigen Gastfahrer ist Vortrieb der wichtigste Faktor. Heute war er mal wieder mit seinem grauen Boot – einem sehr rasanten Teil – und einem mit Luftschraube angetriebenen Boot aus den Everglades dabei. Das war auch eine Show. Auch hier lief nicht alles rund. Der Propellerantrieb fiel irgendwann aus. Dank des Zweitboots war die Rettung jedoch kein Problem.
Unsere Spielboote waren die ganze Zeit im Dauereinsatz. Die Kinder standen Schlange und wollten auch gerne mal fahren. So waren Polizei, Zoll, Feuerwehr und Seenotretter im Dauereinsatz. Es ging teilweise hoch her und wir fühlten uns ein bisschen an die Autoscooter auf dem Wasen erinnert. Es gab den einen oder anderen Hinweis der Berufskapitäne. Trotzdem scheint es allen Kleinen sehr viel Spaß gemacht zu haben.
Richy ließ dann endlich seinen genialen Gaffelschoner Atlantis zu Wasser. Mit einem Quadratmeter Segelfläche braucht es nicht viel Wind, um ihn sehenswert über den Teich zu bewegen.
Unsere Arbeitsboote waren wie immer im unermüdlichen Einsatz. Die Schlepper kreuzten auf und ab und warteten auf Aufträge. Knut mit seiner Schleppschute Klumpfisch war auch mal wieder mit dabei. Zwei neue Kollegen sollten den kettenrauchenden Matrosen auf der Klumpfisch beschäftigen und vom Rauchen abhalten. Das hat nicht funktioniert. Schade.
Ulis Fischerboot wurde nur kurz eingesetzt, dann war auch hier Wassereinbruch zu beklagen. Es gab gewaltige Risse in der Außenhaut. Wie das wohl passiert ist?
Und auch seine Motoryacht Daisy war wegen unkontrollierter Fahrmanöver nur wenige Meter im Einsatz. Ob die drei Damen an Bord wohl zu viel gute Laune hatten?
Die U-Boot-Flotte kam ebenfalls zum Einsatz. Das "echte" U-Boot von Stefan zog majestätisch ihre Bahnen über und unter dem Wasser.
Seiner gelben Sharky merkte man ihre 40 Jahre nicht an. Sie sauste durch die Tiefen und sprang in großen Bögen aus dem Wasser. Das Publikum war begeistert und es gab Szenenapplaus.
Auch die spektakulären Fahrten mit dem Seenotrettungsboot Hecht begeisterten unsere Zuschauer. Die Momente, in denen der Kapitän den Hebel auf den Tisch legte, wurden lautstark gefeiert.
Und das japanische Schnellboot PT-15 wachte bei seinen unermüdlichen Patrouillenfahrten darüber, dass alles in geordneten Bahnen ablief.
So war viel los auf dem Südgartenteich. Und noch viel mehr drum herum. Das Interesse war heute enorm und wir hatten einen sehr kurzweiligen Tag. Auch wenn der eine oder andere Kapitän mit Wassereinbrüchen oder Motorausfällen zu kämpfen hatte: Das gehört bei unserem Hobby einfach dazu.
Die Zeit war reif und wir mussten unsere Station leider wieder abbauen.
Wir freuten uns sehr, so viele interessierte Zuschauer und Kinder begrüßen zu dürfen. Wir sagen herzlichen Dank fürs Vorbeischauen und für das Interesse an unserem Hobby.
Wie immer geht ein großer Dank an die Organisatoren des BlüBa. Vielen Dank für die Organisation, Eure Treue und Unterstützung für uns. Vielen Dank an Herrn Ohl und sein Team.
Und zu guter Letzt natürlich auch ein Dank an die aktiven Mitglieder des Schiffsmodellbau-Clubs Ludwigsburg und die treuen Gastfahrer.
Wir freuen uns auf den 11. Oktober 2026. Da treffen wir uns von 10:00 bis 15:00 Uhr zum letzten Mal in diesem Jahr im Südgarten. Nutzt die Chance und besucht uns wieder.





























