Saisonabschluss 2026 – Impressionen vom 11. Oktober 2026
Heute fand der letzte Fahrtag des Jahres 2026 im Südgarten des Barockschlosses Ludwigsburg statt. Wir durften heute sogar zwei Stunden länger am See bleiben und konnten bis um drei Uhr nachmittags fahren.
Ansonsten wollte Petrus uns den Abschied aus dem Südgarten offenbar etwas leichter machen und schickte Regenwolken, Schauer und sehr böigen Wind. Und damit wir es nicht doch noch richtig gemütlich fanden, wurden die Temperaturen auch noch einmal abgesenkt. Die Vorsichtigen unter uns hatten bereits ihre Handschuhe dabei. Das war heute ganz sicher keine schlechte Idee!
Wir bauten nur das Nötigste auf. Die beiden Pavillons erschienen uns als Wetterschutz durchaus angemessen. Beachflags und sonstige Dekoration blieben im Anhänger liegen. Schließlich muss man sich die Arbeit ja nicht unnötig machen, wenn man die Sachen anschließend ohnehin wieder mühsam trocknen muss.
Heute waren übrigens auch die lästigen Nilgänse wieder da. Schade, wir hatten gehofft, dass sie inzwischen erfolgreich vergrämt worden wären. Zunächst zeigten sie sich gewohnt selbstbewusst und besetzten standhaft den von ihnen okkupierten Teich. Doch irgendwann zogen sie sich tatsächlich zurück und überließen uns das Gewässer. Vielleicht hatten sie angesichts unserer Flotte doch gewisse Zweifel an ihren Besitzansprüchen.
Wulf und Leopold hatten beim Bau ihrer neuen Modellboote noch einmal ordentlich Gas gegeben, damit beide ihre Jungfernfahrt in diesem Jahr absolvieren konnten. Beiden ist das tatsächlich gelungen. Doch dazu später mehr.
Ganz zu Beginn stand die Parade der drei stolzen Spreizgaffelschoner vom Typ Atlantis auf dem Programm. Die beiden Segler von Martin und Richy trugen den Namen Atlantis. Und nun war auch Wulfs neue Rungholt mit dabei. Sie wurde heute zum ersten Mal ins Wasser gesetzt.
Rungholt ist bekanntlich eine nordfriesische Stadt, die bei einer gewaltigen Sturmflut untergegangen ist. Dazu passte das Wetter heute ausgesprochen gut. Es war jedenfalls eher Nordsee als Südsee!
Die drei Zweimaster fühlten sich auf dem See pudelwohl und kreuzten fröhlich auf und ab. Aufgrund der Wetterlage hatte fast jeder der Vereinsmitglieder einen Segler dabei, sodass der geräuschlose Antrieb auf dem Teich zeitweise die Oberhand gewann. Man konnte beinahe meinen, wir hätten uns auf eine Demonstration alternativer Antriebskonzepte verständigt.
Aber auch Leopold hatte mit seiner kleinen Dolly jede Menge Spaß. Sein erstes Boot, bei dem er selbst Hand anlegen durfte, drehte sehr beachtlich seine Runden auf dem Teich. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde angehängt und über das Wasser geschleppt. Sehr respektabel, Leopold! Da wächst offenbar ein echter Schleppkapitän heran.
Auch die U-Boote durften natürlich nicht fehlen. Sie waren heute klar im Vorteil, denn bei Regen brauchten sie nur abzutauchen. Die beiden dynamisch tauchenden Boote waren wie immer ein besonderer Anziehungspunkt für die Kinder. Das echte U-Boot erfreute vor allem das Technikerherz. Schließlich gibt es für jeden das passende U-Boot!
Wir konnten heute auch wieder große und kleine Gastfahrer begrüßen. Das Everglade-Boot mit Luftschraubenantrieb begeisterte mit Stabilisierungstechnik aus der Hubschrauberwelt. Bei dem Wind war das sicher keine schlechte Idee. Andere müssen eben gegen den Wind ankämpfen, während man sich hier gleich die passende Technik aus der Luftfahrt an Bord holt.
Trotz der durchwachsenen Wetterlage erfreute sich unser Stand wieder einer Vielzahl interessierter Besucher. Insbesondere Siggi und Stefan begeisterten mit ihren Funktionsmodellen und durften zahlreiche Fragen beantworten. Es gab also nicht nur auf dem Wasser einiges zu sehen, sondern auch an Land genügend Gesprächsstoff.
Viele Kinder hatten ebenfalls ihre Freude an unserer bunten Flotte von Spielbooten, die sie mit Begeisterung über das Wasser jagen konnten. Während die Erwachsenen über Technik, Antriebe und Modellbau fachsimpelten, ging es bei den Nachwuchskapitänen deutlich pragmatischer zu: Hauptsache, das Boot fährt!
Auch unsere Arbeitsboote waren wie immer unermüdlich im Einsatz und fühlten sich im frühherbstlichen Nordseewetter sichtlich wohl. Regen, Wind und niedrige Temperaturen konnten sie nicht davon abhalten, ihrer Arbeit nachzugehen. So muss das sein – schließlich ist auf einem richtigen Arbeitsschiff auch nicht immer Badewetter.
Die motorisierten Freizeitskipper ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, über den See zu jagen. Insbesondere die Herren Jetskifahrer ließen es ordentlich krachen. Während die Segler mit dem Wind kämpften und die Arbeitsboote ihrer Tätigkeit nachgingen, wurde hier offenbar noch einmal demonstriert, was sich mit ausreichend Motorleistung alles anstellen lässt. Für die Unterhaltung des Publikums war jedenfalls gesorgt.
Und unsere zahlreichen Segelboote mit „nur“ einem Mast sollen natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Sie bewiesen äußerste Seefestigkeit und ließen sich von den widrigen Verhältnissen nicht davon abhalten, bis zum Schluss auf dem Wasser zu bleiben. Mancher Segler hatte heute vermutlich mehr Seemannswetter zu bewältigen als während der gesamten Sommersaison.
Ein Ende des Regens war nicht abzusehen, und bei vielen Kapitänen wurden die Finger allmählich klamm. Daher fiel schließlich die Entscheidung, sich über Kaffee und Kuchen herzumachen. Das war bei diesen Temperaturen vermutlich die vernünftigste seemännische Maßnahme des Tages.
Danach war der Zeitpunkt gekommen, unsere Sachen wieder zusammenzupacken. Zu Hause werden wir alles gründlich trockenlegen müssen. So werden wir den letzten Fahrtag 2026 in feucht-kühler Erinnerung behalten. Das erinnerte doch sehr an den Saisonabschluss 2025. Es wird eben langsam Herbst – und irgendwann ist auch die schönste Fahrsaison einmal zu Ende. Petrus hat uns jedenfalls schon einmal darauf eingestimmt, was uns in den nächsten Monaten erwartet.
Wir haben uns sehr gefreut, so viele interessierte Zuschauer und Kinder begrüßen zu dürfen. Herzlichen Dank an alle, die bei uns vorbeigeschaut und Interesse an unserem Hobby gezeigt haben. Gerade die vielen neugierigen Fragen und die Begeisterung der Kinder machen unsere Fahrtage immer wieder zu etwas Besonderem.
Wie immer geht ein großer Dank an die Organisatoren des Blühenden Barocks. Vielen Dank für die Organisation, eure Treue und die Unterstützung, die ihr uns entgegenbringt. Ein besonderer Dank gilt Herrn Ohl und seinem Team. Wir werden uns bald über die Fahrtage im Jahr 2027 abstimmen können und freuen uns schon jetzt auf die nächste Saison im Südgarten des Blühenden Barocks in Ludwigsburg.
Und zu guter Letzt natürlich auch ein herzliches Dankeschön an die aktiven Mitglieder des Schiffsmodellbau-Clubs Ludwigsburg und an unsere treuen Gastfahrer. Ohne euch wäre der Teich zwar vielleicht etwas ruhiger, aber ganz sicher deutlich langweiliger!
Damit verabschieden wir uns aus der Fahrsaison 2026. Die Boote kommen ins Winterlager, die Akkus werden gepflegt, die Werkstätten wieder bevölkert – und spätestens im nächsten Frühjahr zieht es uns alle zurück ans Wasser.
Bis dahin: Mast- und Schotbruch, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und kommt gut durch den Winter!





































