Kapitel 8 – Die Segelwinde und ihre endlose Schot

Die Segelwinde machte zwischen ihren Endstellungen ungefähr viereinhalb Trommelumdrehungen. Das war mehr, als ich zunächst erwartet hatte, aber für die Bedienung mehrerer Segel durchaus sinnvoll. Später stellte sich heraus, dass ich für den nötigen Stellweg der Schoten nur etwa die Hälfte der möglichen Drehungen brauchte.

Ich wollte die Winde unter dem großen mittleren Aufbau montieren. Die Trommel sollte von oben erreichbar bleiben, und die Schoten sollten möglichst günstig zu ihren Führungen laufen. Die Befestigungsplatte verschraubte ich, statt sie einfach einzukleben. Solange die endgültige Position noch nicht feststand, wollte ich mir die Möglichkeit offenhalten, etwas zu verändern.

Die größte Herausforderung war die endlose Schot. Sie musste sich über den gesamten Weg bewegen können, ohne von der Trommel zu springen oder sich an anderen Bauteilen zu verhaken. Unter Deck war außerdem die Verkabelung unterzubringen. Hier passte der Spruch meines ersten Chefs besonders gut: „Es wird zwar eng, aber eng darf es werden.“

Die Konstruktion wurde tatsächlich ziemlich eng. Die Segelwinde, die endlose Schot und die Kabel mussten ihre jeweiligen Bewegungs- und Platzbereiche bekommen. Ich baute deshalb Führungen aus zwei Millimeter starkem Messingdraht, die die Schot von der Trommel und der Verkabelung fernhalten sollten. Bei ersten Versuchen blieben die roten Schieber der Segelwinde jedoch an den Führungsdrähten hängen.

Also konstruierte ich zusätzlich eine zweiteilige Führung aus Kunststoff. Eine U-förmige Halterung wurde an der Montageplatte befestigt. Darüber kam eine Abdeckung, deren Form wie eine kleine Rampe wirkte. Die Schieber konnten nun über die kritischen Stellen hinwegbewegen.




Diese Lösung bewährte sich später auf der Jungfernfahrt. Ein Problem blieb an Deck: Die Klüverschot konnte unter einen der Spinnakerbäume rutschen und sich dahinter verhaken. Dadurch blockierte die gesamte endlose Schot. Nach der Jungfernfahrt wollte ich zwei sauber gebogene Messingdrahtführungen ergänzen.

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